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Bergung toter Ersthelfer in Gaza: UN-Nothilfekoordinator fordert „Antworten und Gerechtigkeit“

Credit: UNOCHA

UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher hat am Montag „Antworten und Gerechtigkeit“ gefordert, nachdem die Leichen von 15 Rettungs- und Hilfskräften aus einem Sandgrab im Süden des Gazastreifens geborgen worden waren.

„Sie wurden von israelischen Streitkräften getötet, als sie versuchten, Leben zu retten. Wir fordern Antworten und Gerechtigkeit“, erklärte Fletcher.

Nach Angaben von Jonathan Whittall, Leiter des UN-Nothilfebüros (OCHA) in den besetzten palästinensischen Gebieten, waren die als humanitäre Helfer eindeutig identifizierten Mitglieder des Palästinensischen Roten Halbmonds, des palästinensischen Zivilschutzes und des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) am 23. März in das Gebiet Rafah im südlichen Gazastreifen entsandt worden, um Verletzte zu bergen. Dabei seien sie unter Beschuss geraten, als israelische Streitkräfte in das Gebiet vorrückten.

UNRWA-Generalkommissar Philippe Lazzarini teilte am Montag mit, dass neben der am Sonntag geborgenen Leiche eines Kollegen ein weiterer Mitarbeiter seiner Organisation ums Leben gekommen sei. Damit steige die Gesamtzahl der getöteten UNRWA-Mitarbeitenden seit dem 7. Oktober 2023 auf 280.

„Die Tötung von Rettungskräften, Journalisten und humanitären Helfern stellt eine eklatante und schwerwiegende Missachtung des Völkerrechts dar“, sagte Lazzarini. Er betonte, dass solche Vorfälle in Gaza mittlerweile zur ‚Routine‘ geworden seien.

Die israelischen Streitkräfte erklärten, die Rettungskräfte seien beschossen worden, nachdem sich ihre Fahrzeuge „verdächtig“ fortbewegt hätten. Zudem gaben sie an, dass bei dem Vorfall ein Hamas-Kämpfer sowie „acht weitere Terroristen“ getötet worden seien.

Der Angriff ereignete sich nach dem Zusammenbruch der zweimonatigen Waffenruhe zwischen den israelischen Streitkräften und den Hamas-Kämpfern am 18. März. Am Montag erließ Israel eine neue Massenevakuierungsanordnung für die gesamte Region Rafah.