UN-Generalsekretär António Guterres hat eindringlich zu einem sofortigen Ende der Waffenlieferungen in den Sudan aufgerufen. Bei einer internationalen Geberkonferenz in London warnte er vor den verheerenden Folgen externer Einflussnahme, die das Land zwei Jahre nach Beginn des Krieges weiter destabilisieren könnte.
Der UN-Sondergesandte für den Sudan, Ramtane Lamamra, betonte die Notwendigkeit eines umfassenden politischen Engagements. Nur ein inklusiver und glaubwürdiger Dialog könne die drohende Fragmentierung des Landes abwenden.
Die humanitäre Lage verschärft sich zunehmend: In der Krisenregion Darfur wurden jüngst über 400 Zivilistinnen und Zivilisten getötet, darunter auch medizinisches Personal. In der Hauptstadt Khartum haben schwere Kämpfe zu massiven Zerstörungen geführt, ganze Stadtteile sind ohne Strom und Trinkwasser. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) warnt vor einer humanitären Katastrophe, sollte die Rückkehr von Millionen Vertriebenen in zerstörte Gebiete ohne ausreichende Hilfe erfolgen.
Besonders alarmierend ist laut UN Women der Anstieg sexualisierter Gewalt, welche zunehmend systematisch als Kriegswaffe eingesetzt wird. Im Flüchtlingslager Zamzam sind bereits über 80.000 Menschen auf der Flucht – weitere werden erwartet.
Die Vereinten Nationen bekräftigten in London ihre Unterstützung für eine politische Lösung des Konflikts und riefen die internationale Gemeinschaft zu verstärkter Hilfe und diplomatischem Druck auf, um den Friedensprozess voranzubringen.