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„Keine gewöhnliche Sitzungsperiode“ – Baerbock leitet die 80. Generalversammlung

UN-Foto/Manuel Elías: Philémon Yang (rechts), Präsident der Generalversammlung in ihrer 79. Sitzung, überreicht Annalena Baerbock (Mitte), Präsidentin der Generalversammlung in ihrer 80. Sitzung, den symbolträchtigen Hammer der Versammlung. Links steht Generalsekretär António Guterres.

Die neue Präsidentin der Generalversammlung,  Annalena Baerbock, hat  die Mitgliedstaaten aufgefordert, sich bei der Bewältigung globaler Krisen – von Krieg und Armut bis hin zum Klimawandel – zu vereinen. Sie legte ihren Eid auf der Originalcharta von 1945 ab und versprach, mit Mut und Inklusivität zu führen.

Dies werde „keine gewöhnliche Sitzungsperiode“ werden, betonte sie, da das multilaterale System von sich überschneidenden Krisen und verstärkter Uneinigkeit geprägt sei.

Als ehemalige Außenministerin Deutschlands ist Baerbock erst die fünfte Frau in der Geschichte, die den Vorsitz der Generalversammlung übernimmt.

In einer symbolischen Geste, die Vergangenheit und Gegenwart verbindet, legte sie ihren Eid auf die Gründungscharta der Vereinten Nationen aus der Konferenz von San Francisco von 1945 ab – und nahm den verzierten Hammer der Versammlung von ihrem Vorgänger Philémon Yang aus Kamerun entgegen.

Die Charta selbst, die im Nationalarchiv der Vereinigten Staaten aufbewahrt wird, ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder in das UN-Hauptquartier zurückgekehrt.

Das Dokument aus dem Jahr 1945, das bis September ausgestellt ist, ist mehr als nur ein historisches Artefakt – es ist eine lebendige Erinnerung an das gemeinsame Versprechen, Frieden zu schaffen, Menschenrechte zu wahren und gemeinsame Werte und Ziele durch multilaterale Zusammenarbeit zu verfolgen.

Der Hammer hat seine eigene geschichtsträchtige Bedeutung. Er ist ein Geschenk Islands und größer und kunstvoller verziert als die Hämmer, die in den Konferenzräumen der UN verwendet werden. Als Symbol der Ordnung im „Parlament der Welt“ wird er verwendet, um Sitzungen zu eröffnen und zu schließen, Resolutionen zu verabschieden und manchmal auch, um die Versammlung zur Ruhe zu bringen.

Die Welt braucht die Vereinten Nationen

In ihrer Rede würdigte Frau Baerbock die düsteren Realitäten, mit denen Millionen Menschen weltweit konfrontiert sind – von hungernden Kindern in Gaza und afghanischen Mädchen, denen der Schulbesuch verwehrt wird, bis hin zu Familien in der Ukraine, die sich vor Raketenangriffen verstecken, und Pazifikinsulanern, die zusehen müssen, wie ihre Häuser vom Meer verschluckt werden.

„Unsere Welt leidet in der Tat“, sagte sie vor den Delegierten im Plenarsaal der Generalversammlung.

„Aber stellen Sie sich vor, wie viel mehr Leid es ohne die Vereinten Nationen gäbe.“

Baerbock unterstrich die wichtige Rolle der UN bei der humanitären Hilfe und verwies auf die Millionen Menschen, die auf Organisationen wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), das Welternährungsprogramm (WFP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) angewiesen sind.

Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, die UN „fit für das 21. Jahrhundert“ zu machen, indem sie Reformen vorantreiben, den im letzten Jahr verabschiedeten Pakt für die Zukunft umsetzen und sich auf Inhalte statt auf Verfahren konzentrieren.

„Die Generalversammlung muss sich auf ihre Mandate konzentrieren und ihre Verpflichtungen erfüllen“, sagte sie und versprach, allen 193 Mitgliedern gleichermaßen zu dienen, „Brücken zu bauen“ und sicherzustellen, dass jede Stimme gehört wird.

Zu den Prioritäten, die sie sich für das kommende Jahr gesetzt hat, gehören die Umsetzung der Reformagenda UN80, die Begleitung des Auswahlverfahrens für den nächsten Generalsekretär und die Förderung von Frieden, nachhaltiger Entwicklung und Menschenrechten.