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SDG-Bericht: „Ein Kompass des Fortschritts“ – doch viele Ziele bleiben zurück

UN-Generalsekretär António Guterres hat gestern den diesjährigen Bericht zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert sowohl Fortschritte als auch Rückschläge.

„Dieser Bericht ist mehr als nur eine Momentaufnahme. Er ist zugleich ein Kompass, der den Weg zum Fortschritt weist. Er zeigt, dass die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) weiterhin erreichbar sind, aber nur, wenn wir handeln – mit Dringlichkeit, Einigkeit und unerschütterlicher Entschlossenheit“, sagte Guterres.

Die Veröffentlichung des Berichts fällt mit dem ersten Tag des Hochrangigen Politischen Forums für nachhaltige Entwicklung (HLPF) zusammen, das in den kommenden zehn Tagen in New York stattfindet.

Trotz Verbesserungen in Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Energieversorgung und digitaler Vernetzung reicht das Tempo der Veränderungen laut dem Bericht nicht aus, um die Ziele bis 2030 zu erreichen. Den neuesten verfügbaren Daten zufolge sind nur 35 Prozent der Ziele auf dem richtigen Weg oder machen mäßige Fortschritte, während fast die Hälfte zu langsam vorankommt. Bei 18 Prozent der Ziele wurden sogar Rückschritte festgestellt.

Fortschritte inmitten von Widrigkeiten

Der Bericht dokumentiert trotz globaler Krisen bemerkenswerte Erfolge:

  • Die HIV-Neuinfektionen sind seit 2010 um fast 40 Prozent zurückgegangen.
  • Durch Malariaprävention konnten seit 2000 rund 2,2 Milliarden Fälle verhindert und 12,7 Millionen Menschenleben gerettet werden.
  • Der Sozialschutz erreicht mittlerweile mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu vor einem Jahrzehnt.
  • Seit 2015 sind 110 Millionen mehr Kinder und Jugendliche eingeschult worden.
  • Die Zahl der Kinderheiraten ist rückläufig, mehr Mädchen bleiben in der Schule, und Frauen gewinnen weltweit in den Parlamenten an Einfluss.
  • Im Jahr 2023 haben 92 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu Elektrizität.
  • Der Zugang zum Internet ist von 40 Prozent im Jahr 2015 auf 68 Prozent im Jahr 2024 gestiegen.
  • Die Naturschutzbemühungen haben den Schutz wichtiger Ökosysteme verdoppelt und tragen zur globalen Widerstandsfähigkeit der biologischen Vielfalt bei.

Ein globaler Entwicklungsnotstand

Trotz dieser Erfolge bleibt die Bilanz gemischt. „Das Problem ist, dass die Ziele für nachhaltige Entwicklung nicht die Instrumente enthalten, die notwendig wären, um sie zu verwirklichen“, sagte Guterres. Die SDGs seien nur mit umfassenden Reformen der Finanzarchitektur erreichbar, die mit Investitionen in den Multilateralismus beginnen müssten.

„Wir befinden uns in einem globalen Entwicklungsnotstand, einem Notstand, der sich an den über 800 Milliarden Menschen, die immer noch in extremer Armut leben, an den sich verschärfenden Klimaauswirkungen und am unerbittlichen Schuldendienst ablesen lässt“, sagte Guterres.