Die Internationale Sudan-Konferenz am 15. April in Berlin soll den Krieg im Sudan wieder ganz oben auf die diplomatische Agenda setzen. Es wird erwartet, dass mehrere Vertreter der Vereinten Nationen teilnehmen werden, darunter der Leiter des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), Tom Fletcher. Gastgeber der Konferenz sind Deutschland, die Afrikanische Union, die Europäische Union, Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten.
Sudan: Die schlimmste humanitäre Krise der Welt
Das Treffen in Berlin findet drei Jahre nach dem Ausbruch des Krieges zwischen den sudanesischen Streitkräften und den paramilitärischen Rapid Support Forces statt, der den Sudan in das verwandelt hat, was die UN als die schlimmste humanitäre Krise der Welt bezeichnet hat. Die Organisatoren hoffen, dass das Treffen mehr bewirken wird als die früheren Geberkonferenzen in Paris und London, indem es humanitäre Diplomatie mit einer stärkeren Fokussierung auf die Stimmen der sudanesischen Zivilbevölkerung verbindet.
Ein riesiges Finanzierungsloch
Im Mittelpunkt der Konferenz steht ein altbekanntes Problem: ein riesiges Finanzierungsloch. Die humanitäre Hilfe für den Sudan wurde im vergangenen Jahr nur zu etwa 40 Prozent finanziert, was eine Lücke von rund 2,2 Milliarden Euro hinterließ, während Millionen Menschen ohne Hilfe blieben. Hilfsorganisationen sagen, dass derzeit mehr als 33 Millionen Menschen Hilfe benötigen, und der Druck auf die Geber hat sich nur noch verstärkt, da Haushaltskürzungen in vielen Ländern den globalen humanitären Finanzrahmen eingeschränkt haben.
Neuer Ansatz: Sudanesischen zivilen Akteuren mehr Gewicht verleihen
Berlin versucht zudem, politisch Neuland zu betreten. Anstatt das Treffen als Friedenskonferenz zu gestalten, haben deutsche Organisatoren und Analysten betont, dass es sich um ein Forum handelt, um humanitäre Maßnahmen zu stärken und sudanesischen zivilen Akteuren, die einen zivilgeführten Übergang anstreben, mehr Gewicht zu verleihen. Es wird erwartet, dass rund 40 sudanesische Vertreter an diesem zivilen Teil teilnehmen, den viele als die wichtigste Neuerung der Konferenz ansehen.
Ob die Konferenz einen Durchbruch bringt, ist ungewiss. Doch angesichts des anhaltenden Krieges im Sudan, der sich über die Region ausbreitenden Vertreibung und des zunehmenden Leidens der Zivilbevölkerung ist Berlin zu einem wichtigen Testfall geworden, ob Großmächte und multilaterale Institutionen bereit sind, ihren Besorgnissen Geld, Koordination und anhaltenden politischen Willen entgegenzusetzen.