Bei einem Angriff in Gaza auf ein Gebäude von UNOPS, dem UN-Büro für Projektdienste, ist ein internationaler Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet worden. Fünf Personen wurden verletzt, mehrere davon schwerst.
Nach Angaben von UNOPS war es der dritte Tag, an dem das UNOPS-Gebäude in Deir Al-Balah in Gaza angegriffen wurde.
In einer heute in Brüssel kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte Jorge Moreira da Silva, UNOPS-Exekutivdirektor: „Ich möchte einen Punkt betonen. Diese Räumlichkeiten waren den israelischen Streitkräften gut bekannt“. „Das bedeutet, dass jeder wusste, wer in dem Gebäude arbeitete. Es war UN-Personal, UNOPS“, sagte da Silva. „Ich möchte betonen, dass sich der Ort in einem isolierten Gebiet befand. Es gab keine anderen Gebäude in der Nähe. Es war ein sehr bekanntes Gebäude“.
UNOPS-Direktor da Silva betonte, dass UNOPS zwar an der Minenräumung im Gazastreifen beteiligt sei, die Explosion aber nicht mit Minenräumung in Zusammenhang stehe. Er betonte, dass dieser Vorfall mit „explodierten Kampfmitteln, die abgeworfen oder abgefeuert wurden“, zusammenhänge.
Da Silva sprach allen Betroffenen und ihren Familien im Namen der Vereinten Nationen sein aufrichtiges Beileid aus. Die Nationalität des Verstorbenen werde zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben. UNOPS bemühe sich derzeit um die rasche Evakuierung der schwer verletzten Mitarbeiter.
„Meiner Meinung nach war dies kein Unfall. Es kann nicht als Unfall kategorisiert werden“, betonte da Silva in der Pressekonferenz.
UNOPS arbeitet in Gaza an der Beschaffung und Verteilung von Treibstoff und erleichtert die Verteilung von Hilfsgütern nach Gaza.
„Angriffe auf humanitäre Einrichtungen sind ein Verstoß gegen das Völkerrecht“, sagte da Silva. „Das UN-Personal und seine Einrichtungen müssen von allen Seiten geschützt werden. […] Ich erneuere den Aufruf der Vereinten Nationen zur Wiederaufnahme des Waffenstillstands, zum Zugang für humanitäre Hilfe und zur Freilassung der Geiseln.“