Ein neuer, von den Vereinten Nationen unterstützter Bericht warnt eindringlich vor den zunehmenden Auswirkungen globaler Dürreereignisse. Der Bericht „Drought Hotspots Around the World 2023–2025″, veröffentlicht vom US-amerikanischen National Drought Mitigation Center (NDMC) in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD) und der International Drought Resilience Alliance (IDRA), zeichnet ein alarmierendes Bild: Seit 2023 haben einige der weitreichendsten und zerstörerischsten Dürren in der Geschichte stattgefunden – mit gravierenden Folgen für Menschen, Wirtschaft und Umwelt.
Der Bericht dokumentiert, wie Dürreperioden Armut, Hunger, Energieunsicherheit und das Zusammenbrechen ganzer Ökosysteme verschärfen. Der UNCCD-Exekutivsekretär Ibrahim Thiaw beschreibt die Krise drastisch: „Dürre ist ein stiller Killer. Sie schleicht sich ein, erschöpft Ressourcen und zerstört das Leben in Zeitlupe. Ihre Narben sind tief.“
Thiaw betont die Dringlichkeit internationaler Kooperation: „Dürre ist keine ferne Bedrohung mehr – sie ist bereits Realität. Wenn Energie, Nahrung und Wasser gleichzeitig ausfallen, geraten Gesellschaften ins Wanken. Das ist die neue Normalität, auf die wir uns einstellen müssen.“
Auch Dr. Mark Svoboda, Direktor des NDMC und Mitautor des Berichts, äußert sich deutlich: „Dies ist keine vorübergehende Trockenperiode – wir erleben eine sich schleichend entwickelnde globale Katastrophe, die schlimmste, die ich je gesehen habe.“ Der Bericht verdeutliche die Notwendigkeit einer systematischen Überwachung der Dürreauswirkungen auf Menschen, Lebensgrundlagen und Ökosysteme.
Besonders betroffen seien derzeit Länder rund um das Mittelmeer. „Spanien, Marokko und die Türkei stehen sinnbildlich für die Herausforderungen moderner Volkswirtschaften unter zunehmendem Wasserstress“, so Svoboda. Diese Regionen gelten als Frühwarnsystem für eine Entwicklung, die auch andere Teile der Welt treffen dürfte. „Kein Land – unabhängig von Reichtum oder technischen Kapazitäten – kann es sich leisten, selbstgefällig zu bleiben.“
Der Bericht appelliert eindringlich an Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, wirksame Strategien zur Dürrevorsorge und -bewältigung zu entwickeln – bevor die globale Wasserkrise unumkehrbar wird.