Der weltweite Fortschritt bei der menschlichen Entwicklung hat sich laut einem aktuellen Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) dramatisch verlangsamt. Der am Dienstag veröffentlichte „Bericht über die menschliche Entwicklung 2025“ zeigt, dass nach den globalen Krisenjahren 2020 und 2021 kein nachhaltiger Aufschwung erfolgt ist. Stattdessen verzeichnen die aktuellen Prognosen einen unerwartet schwachen Anstieg – den geringsten seit Einführung des Index der menschlichen Entwicklung im Jahr 1990.
Insbesondere für das Jahr 2024 prognostiziert der Bericht eine weitgehende Stagnation des Human Development Index (HDI) in allen Weltregionen. Damit setze sich ein besorgniserregender Trend fort, der auf strukturelle Ungleichheiten und globale Unsicherheiten zurückzuführen sei, heißt es in der Analyse.
Der diesjährige Bericht trägt den Titel „Eine Frage der Wahl: Menschen und Möglichkeiten im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ und beleuchtet das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) für die künftige Entwicklung. Laut einer im Rahmen des Berichts durchgeführten weltweiten Umfrage glaubt rund die Hälfte der Befragten, dass ihre Arbeit in naher Zukunft automatisiert werden könnte. Gleichzeitig sehen sechs von zehn Menschen in KI eine Chance: Sie erwarten, dass die Technologie neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen wird – darunter Berufe, die heute noch nicht existieren.
Der UNDP-Bericht ruft dazu auf, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der technologische Wandel im Sinne der Menschen genutzt wird. Nur so könne die menschliche Entwicklung in einer zunehmend polarisierten und komplexen Welt neuen Schwung erhalten.


