Ministerinnen und Minister aus 40 Ländern haben sich gestern auf dem ersten großen Klimaforum des Jahres 2025 getroffen, dem Petersberger Klimadialog in Berlin. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Fortschritte bei der Erzeugung erneuerbarer Energien sowie die wachsenden Folgen der Untätigkeit angesichts des steigenden Temperaturanstiegs.
Das Jahr 2025 markiert einen wichtigen Meilenstein: Es ist der zehnte Jahrestag des Pariser Abkommens und zugleich die Frist für die Länder, ihre aktualisierten Nationalen Klimabeiträge (NDCs) vorzulegen. Diese sind entscheidend, um das globale Ziel zu erreichen, den Temperaturanstieg auf maximal 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
In seiner Rede auf dem 16. Petersberger Klimadialog – dem ersten offiziellen Treffen zum Klimaschutz seit dem COP29-Gipfel in Baku im vergangenen Jahr – rief UN-Generalsekretär António Guterres zu entschlossenem Handeln auf. Das Jahr habe vor dem Hintergrund geopolitischer Instabilität und weit verbreiteter Kürzungen der Entwicklungshilfebudgets begonnen. „Es gibt viel Unsicherheit und Instabilität in unserer Welt“, weshalb jedes Land seinen Beitrag leisten müsse.
Erneuerbare Energien: Ein Lichtblick
Trotz der weltweiten Spannungen wies Guterres auf eine vielversprechende Entwicklung hin: 2024 war laut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) offiziell ein Rekordjahr für die weltweite Produktion erneuerbarer Energien.
Mehr als 92 Prozent der weltweit neu installierten Stromkapazitäten im vergangenen Jahr entfielen laut IRENA auf erneuerbare Energien – ein Zuwachs, der in etwa der gesamten Stromkapazität von Brasilien und Japan zusammen entspricht.
In Europa sei die Kapazität um neun Prozent gestiegen, wobei Deutschland mehr als ein Viertel dieses Wachstums beisteuerte. In Afrika hingegen sei die Kapazität um fast sieben Prozent gestiegen.
„All dies ist eine weitere Erinnerung an eine Wahrheit des 21. Jahrhunderts: Erneuerbare Energien erneuern die Volkswirtschaften“, sagte Guterres. Sie treiben das Wachstum an, schaffen Arbeitsplätze, senken die Energierechnungen und reinigen unsere Luft“.
Die Kosten für Windenergie seien seit 2010 um 60 Prozent gesunken, Solarenergie sei jetzt 90 Prozent billiger.
Saubere Energie habe im Jahr 2023 erheblich zum Wirtschaftswachstum beigetragen – fünf Prozent des indischen BIP-Wachstums, sechs Prozent des US-Wachstums und ein Drittel des EU-Wachstums, so Guterres in seiner Rede.
Der steigende Tribut der Untätigkeit
Dennoch häufen sich die klimatischen Herausforderungen, fuhr Guterres. „Es scheint, als würden die Rekorde auf Schritt und Tritt gebrochen – der heißeste Tag, der heißeste Monat, das heißeste Jahr, das heißeste Jahrzehnt aller Zeiten“, sagte Guterres.
„Die Wissenschaft ist sich einig: Es ist immer noch möglich, das langfristige Limit von 1,5 Grad einzuhalten“, betonte der Guterres. „Aber es erfordert dringende Maßnahmen. Und es erfordert Führungsstärke.“
Aufruf zum Ehrgeiz
Neue Nationale Klimabeiträge (NDCs) sind bis September 2025 fällig. Diese Pläne müssen mit dem 1,5-Grad-Ziel übereinstimmen und die Emissionen bis 2035 insgesamt um 60 Prozent gegenüber dem Stand von 2019 senken.
„Diese neuen Pläne sind eine einmalige Gelegenheit, etwas zu erreichen – und eine kohärente Vision für einen gerechten grünen Übergang zu entwerfen“, appellierte Guterres abschließend.